Das Projekt beginnen wir, ohne Titel, Komponist oder Thema zu nennen, mit – „Mund zu, Ohren auf.“ J - dem Hören der Suite von Camille  Saint-Saëns.

 

Ganze 25 Minuten lauschen alle Kinder der Musik und ahmen hin und wieder eines der Instrumente pantomimisch nach. Wir Großen sind verblüfft – selbst das Kleinste mit 1,5 Jahren lauscht still dem Meisterwerk.

 

 

Anschließend setzen wir uns in die Runde und die Kinder sagen, welche Instrumente sie erkannt haben. Zuerst wird gleich das Klavier genannt, danach der Kontrabass, die Klarinette, die Flöte, die Geige und zum Schluss das Cello. Dass ein Schlaginstrument dabei waren, wissen sie auch, aber der Name….keine Trommel, keine Triangel. Da lösen wir Großen auf: das Xylophon. Ein ganz seltenes Instrument ist auch dabei, dass die Kinder natürlich nicht kennen: die Glasharmonika – zur Not gehen auch Weingläser. Nur ein Kind ist nicht überrascht und ruft: „Das kenne ich! Mein Papa hat zu Hause ein Glas mit richtigen Tönen. Da spielt er mit Finger und Spucke drauf.“

 

 

Dann überlegen wir, was die Instrumente darstellen sollen. Die Großen haben zum Überlegen einen bestimmten Abschnitt ausgesucht. Es dauert etwas, bis die Kinder verstehen, dass es nicht um das Instrument selbst geht. Schließlich sagt ein Junge leise beim Grübeln „der Kuckuck“. Nach einigen weiteren Teilen ist jedem klar, dass es um Tiere geht.

 

 

Und nun erfahren auch alle den Titel des Musikstückes: „Karneval der Tiere“.

 

 

Camille Saint-Saëns

 

wird am 9. Oktober 1835 in Paris geboren. Im Jahr 1921 stirbt er am 16. Dezember in Algier.

 

Ein Wunderkind

 

Schon mit zweieinhalb Jahren kann er lesen, mit knapp drei Jahren lernt er Klavierspielen und komponiert auch bald darauf sein erstes Stück. Als er sieben wird, übersetzt er lateinische und griechische Texte.

 

Camille Saint-Saëns ist vielseitig und außerordentlich begabt: nicht nur am Klavier, welches ihn seine Großtante spielen lehrt, auch beim Rechnen und beim Lernen fremder Sprachen.

Mit 10 Jahren gibt er schon Konzerte und ist berühmt. Aber er ist sehr einsam, er darf nicht mit anderen Kindern spielen, er darf auch nicht eine Schule besuchen.

Seine Mutter und seine Großtante überwachen jeden seiner Schritte. Als Camille Saint-Saëns noch ein Baby ist, stirbt sein Vater und deshalb hüten ihn die beiden Frauen, wie ein rohes Ei. Außerdem ist Camille ein sehr kränkliches Kind, blass und so dünn.

 

Seine ersten Konzerte werden in der Zeitung gelobt, doch Camille kann sich darüber nicht freuen; mit ernster verbissener Miene spielt er und übt und übt, um noch besser zu werden. 

 

Sein Lieblingsinstrument

 

Dann lernt er die Orgel kennen, er verliebt sich sofort in sie und wird zum wildesten, verrücktesten und besten Orgelspieler, den Paris jemals gehört hat. Er komponiert später sogar eine Symphonie für sein Lieblingsinstrument: die Orgel.
 

Sein besonderes Gedächtnis

 

Nicht nur Musik im Kopf: Camille Saint-Saens interessierte sich auch für Literatur, Philosophie, Archäologie und Naturwissenschaften.

 

Was Saint-Saëns auch hört, welche Note er auch liest, merkt er sich alles. Sein Gedächtnis ist riesig. Er kann nichts vergessen. Manchmal aber macht das Probleme. Denn oftmals, wenn Saint-Saëns ein neues Stück komponiert, befürchtet er, etwas zu schreiben, was andere Komponisten bereits geschrieben haben. Dauernd fallen ihm Melodien von anderen Komponisten ein - und so muss er um eigene Ideen kämpfen, wie ein Löwe. Das macht Saint-Saëns stolz und wieder einsam. 

 

Privat

 

Endlich scheint doch das Glück auf seiner Seite zu sein. Er heiratet und bekommt zwei Kinder. Aber das Glück bleibt nicht lange, beide Söhne sterben noch als Kleinkinder. Mit seiner Frau kann er das Leben nun nicht mehr aushalten, er mag lieber wieder alleine leben, ohne ein Zuhause. Haus und Möbel verschenkt er und wohnt 15 Jahre lang nur in Hotelzimmern und Pensionen. 

 

Auf einer Reise nach Nordafrika stirbt er dann mit 86 Jahren.